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The Longest Way: Interview mit Christoph Rehage

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Christoph Rehage hat einmal über seinen Roman “The Longest Way: 4646 Kilometer zu Fuß durch China“ gesagt, dass er eigentlich eine “Geschichte des Versagens“ erzählt. Sein ursprünglicher Plan war nämlich viel größer und sollte ihn zu Fuß nicht nur durch China, sondern bis nach Deutschland führen. Der Umstand, dass am Ende alles anders kam, macht es aber nicht weniger interessant, ihn auf seiner Reise zu begleiten.

4646 Kilometer ist Christoph Rehage durch China gelaufen, nachdem er zwei Jahre an der Filmuniversiät in Beijing studiert hatte. Auch vorher ist er schon gerne gelaufen, zB. durch Frankreich, und nun soll es eben von China nach Hause gehen. Auf diesem Plan beharrt er dann auch ganz fest. Er lässt sich nicht mitnehmen oder fährt Strecken mit dem Zug, auch dann nicht, wenn es beschwerlich wird. Die meisten Tage seiner Reise laufen in etwa gleich ab: Laufen, eine Unterkunft und etwas zu Essen finden. Wenn es in einem Ort kein Hotel gibt, muss er an fremden Türen klopfen und um eine Schlafmöglichkeit bitten. Manchmal zeltet er irgendwo in der Wildnis, auch wenn er im Winter dabei fast erfriert. Zwischendurch hat er mal Fußpilz oder Begleitung von anderen Wanderern, die sich ihm für ein paar Tage anschließen. Dabei erzählt Rehage auch die Geschichte der Orte, die er besucht. Die Chinesische Mauer ist natürlich auch dabei. Seine Beschreibungen sind zum Teil fast lyrisch, mitunter aber auch provozierend. Auf keinen Fall beschönigend. So tritt der Schriftsteller auch in den chinesischen Medien auf, wo er regelmäßig Zeitungskolumnen verfasst. “The Longest Way“ wurde auch ins Chinesische übersetzt.

Da es in jeder guten Geschichte auch um die Liebe geht, ist sie natürlich auch ein Teil dieses Reise-Romans. Obwohl ich mich bisher absolut nicht für China als Reiseland interessiert habe, war es spannend, Christoph Rehage auf seiner Reise zu begleiten.

Themen:

Wandern, Abenteuer, China

Lesetipp für:

Abenteuerlustige, die gerne die Aktentasche gegen einen Wanderrucksack tauschen würden.


Autoreninterview mit Christoph Rehage

Die Fragen, die sich mir beim Lesen gestellt haben, hat mir Christoph Rehage freundlicherweise im Interview beantwortet. Gerade ist er wieder unterwegs und führt seine Reise fort, natürlich zu Fuß.

Während Ihrer Reise haben Sie regelmäßig auf thelongestway.com über Ihre Erlebnisse gebloggt. Hatten Sie damals schon geplant, Ihre Geschichte der Welt zu erzählen oder diente der Blog für Sie eher als Tagebuch?

Nein, damals gab es keinen Plan für irgendetwas. Ich wollte gerne zu Fuß von China nach Deutschland gehen, das war das einzige. Aber weil ich nicht gerne ein Bild von mir selbst als Dauerurlauber haben wollte, habe ich fleißig Blog geschrieben. So fühlte es sich wie Arbeit an. Wie etwas Sinnvolles.

4646 Kilometer zu Fuß…klingt nach einem echten Anhänger der Slow Travel Bewegung?

Ich wusste nicht, dass es so eine Bewegung gibt. Ich mag auch keine Bewegungen. Außer die meines Körpers.

Beim Lesen hat man ehrlich gesagt das Gefühl, dass Sie nicht unbedingt die schönsten Städte und Ecken Chinas gesehen haben. War es also eher eine Mission als ein Sightseeing-Urlaub?

Doch, die schönsten, die interessantesten, die ödesten und die hässlichsten Orte waren alle dabei. Ich glaube, ich hätte mich gelangweilt, wenn es immer nur hübsch gewesen wäre.

Gerade sind Sie wieder unterwegs und führen Ihre Reise fort. Abgesehen von der Tatsache, dass Sie einfach gerne zu Fuß unterwegs sind: Ist das Laufen auch eine Art Suche?

Da bin ich mir nicht sicher. Ich glaube, es ist schwer, in einer postmodernen Welt zu leben und nicht nach irgendetwas zu suchen.

Durch Ihren Roman “The Longest Way“ haben Sie viel Aufmerksamkeit erlangt. Wird dieses gestiegene Interesse der Öffentlichkeit und der Medien Ihre aktuelle Reise beeinflussen?

Ich muss mehr E-Mails beantworten. Werde manchmal erkannt. Nichts Gravierendes. 🙂

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