Slow Travel, Thoughts, Thoughts & Tips
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Bist Du ein Slow Traveller? Sechs Reiseblogger antworten

Slow Travel Oxford

Entspanntes und bewusstest Reisen. Sich Zeit nehmen für den Ort, die Menschen und ihre Kultur. Weniger sehen und dafür intensivere Momente erleben. Anstatt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen, einfach mal vom Weg abkommen und ohne Plan durch die Gegend streifen. So lässt sich die Philosophie des Slow Travel beschreiben. Als Reiseblogger wird man zwangsläufig mit dieser Bewegung und der Frage konfrontiert: Bist Du ein Slow Traveller?

Was ich beim Reisen besonders schätze, ist Zeit. Zeit für Spaziergänge, um einfach loszulaufen, auch mal verloren zu gehen und dabei Unerwartetes zu entdecken. Zeit zum Schreiben und zeichnen, weil man dabei gezwungen ist, in einem Moment zu verweilen und seine Ungebung im Detail zu betrachten.

“Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.“

Schon Goethe wusste das langsame Reisen zu schätzen, lange bevor es sich zur hippen Bewegung entwickelte. Neben der Zeit beim Reisen, nehme ich mir auch ebenso gerne hinterher die Zeit, alles zu verarbeiten. Ich schreibe Artikel, schaue nochmal meine Fotos durch und halte die schönsten Erinnerungen in meinem Reisetagebuch fest. Besonders schönen Orten und Erlebnissen hänge ich oft noch lange nach. Von einem Ziel zum anderen hetzen ist also weniger mein Ding. Reizüberflutung kann natürlich etwas Tolles sein. Aber ich möchte auch, dass die Erinnerungen bleibe. Also nehme ich mir Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten.

Ich habe keine Bucket List. Natürlich gibt es unzählige Orte, die mich interessieren und viele, die ich auf jeden Fall irgendwann besuchen möchte und werde. Aber wenn ich einen Ort entdeckt habe, an dem es mir besonders gefällt und der mich berührt, möchte ich diesen auch gern wiedersehen; wie einen guten Freund.

Manchmal kommt es auch ganz anders. Mein erster Besuch in Rom war zum Beispiel eher eine Enttäuschung als die große Euphorie, die ich erwartet hatte. Ein Campingplatz am Rand der Stadt, nur ein Tag Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, was natürlich nicht zu schaffen ist… Drei Jahre später war es dann Liebe auf den zweiten Blick. Diesmal hatte mich Rom nicht enttäuscht, ich hatte andere Eindücke gewonnen und “mein“ Rom gefunden. Und ich werde wiederkommen. Ich kann die Stadt nicht einfach von einer Liste abhaken und weiter geht’s…Ich muss auch nicht die ganze Welt sehen, dafür erlebe ich lieber die Momente auf Reisen so intensiv wie möglich.

Auch das Ziel hat für mich etwas mit der Art des Reisens zu tun. Italien zum Beispiel fühlt sich langsam an, die USA dagegen schnell. Wegen der großen Distanzen ist man hier fast immer auf ein Auto angewiesen. In italienischen Städten laden dagegen enge Altstadtgassen zum Bummeln ein, das anschließende Eis auf der Piazza ist Pflicht. Einen meiner schönsten Reisemomente in Italien habe ich im Zug von Rom nach Florenz erlebt, als die Landschaft der Toskana langsam an uns vorbeizog. Generell würde ich also schon sagen, dass ich slow unterwegs bin. Auf jeden Fall ist es meine bevorzugte Art zu reisen. Trotzdem bereite ich mich gerne auf eine Destination vor, lese Reiseführer und fahre nicht komplett ohne Plan ins Blaue.

Und wie ist das bei anderen Reisebloggern? Was bedeutet Slow Travel für sie und gibt es Orte, die sich dafür besser eignen als andere? Diese Fragen habe ich mir gestellt und die folgenden 6 Reiseblogger waren so lieb, ihre Gedanken mit mir zu teilen. Ein großes Dankeschön an Ricarda, Matthias, Elisa, Marc, John und Kerstin!

“Für mich hat Slow Travel viel mit Genuss zu tun.“– Ricarda von Hiddentraces

Ricarda, Hiddentraces

Was bedeutet Slow Travel für Dich und würdest Du Dich als Slow Traveller
bezeichnen?

Ja, und nein. Wenn Slow Travel bedeutet, Orte intensiv zu erkunden und zu genießen, bin ich defintiv ein Slow Traveller. Wenn Slow Travel aber z.B. langsame Mobilität vorsieht, so bin ich es meist nicht. Auch wenn ich es schätze, langsam durch ein Land zu reisen (z.B. mit der Bahn), kann ich das aus Zeitgründen oft nicht realisieren. Um mehr zu sehen von einem Land, mache ich durchaus auch Inlandsflüge. Ich meine aber auch, dass sich die intensiveren Eindrücke meist draußen und nicht vom Fortbewegungsmittel aus gesehen ergeben. Insgesamt würde ich mir wünschen, langsamer reisen zu können, vor allem Zeit zu haben, Orte noch intensiver zu entdecken. Ich möchte aber nicht nur intensiv erleben, sondern auch viele Länder und Orte kennenlernen.

Welche sind die besten Ziele für Slow Traveller?

Für mich hat Slow Travel viel mit Genuss zu tun. Ideale Ziele sind aus meiner Sicht Frankreich und Italien, überhaupt Ziele in der mediterranen Welt. Ich liebe die dortige Esskultur. Sie hat nicht nur einen hohen Stellenwert, man nimmt sich auch viel Zeit dafür. Auch finde ich in diesen Ländern wunderschöne architektonische Details, die dazu einladen, zu schlendern, langsam zu entdecken und mit Muße und viel Liebe zum Detail zu fotografieren. Der Lebensrhythmus in der mediterranen Welt ist insgesamt langsamer. Daher ist diese Region wie geschaffen für Slow Travel.

Nach welchen Momenten suchst Du auf Reisen?

Ich liebe diese Momente, wenn mir etwas Neues, etwas Unbekanntes begegnet. Das kann Kultur oder Landschaft sein. Es handelt sich dabei um sinnliche Eindrücke. Zusätzlich lese ich aber auch immer viel über meine Reiseziele. Ich habe viel Freude am Lernen über Länder oder Gegenden.

Wie bereitest Du Dich auf eine Reise vor?

Das kommt stark auf mein Reiseziel an. Trekking in Nepal braucht natürlich mehr Vorbereitung als ein Wochendtrip nach Norditalien. Ich lese im Vorfeld eher wenig. Bei längeren Trips plane ich jedoch die Route vorab, da ich die besten Dinge „mitnehmen“ möchte. Auch buche ich vorher Übernachtungen je nach Bewertungen im Netz. Die Reisezeit ist wertvoll. Da möchte ich möglichst gute Erfahrungen machen.

Kannst Du Deinen bisher schönsten Reisemoment beschreiben?

Besonders schön fand ich unseren Trip in den Oman. Wir sind mit dem Auto bis in die Wüste gefahren. Ein sehr abenteuerlicher Trip abseits der Touristen-Pfade.

Hast Du eine persönliche Bucket List?

Alles, was ich noch nicht gesehen habe.


Ich bin Ricarda, 34 Jahre alt und habe meine Base in München. Mein Reiseblog Hiddentraces – Photographic Journeys beschäftigt sich vor allem mit Orten, die noch nicht so bekannt sind oder genauer erkundet werden wollen. Dabei spielt z.B. auch Kulinarisches eine größere Rolle, weshalb es auf meinem Blog auch Food-Blogging-Anteile gibt. Mein Blog, der auf Deutsch und Englisch verfügbar ist, soll durch ästhetische Fotografie und inspirierende Geschichten Lust auf Reisen machen und darauf, intensiver zu leben.

“[…] weniger Sightseeing, mehr Standortwechsel.“ – Matthias von TravelTelling

Matthias, TravelTelling

Was bedeutet Slow Travel für Dich und würdest Du Dich als Slow Traveler
bezeichnen?

Slow Travel macht für mich vor allem die Art des Transports sowie die Integration in eine Destination oder eine Community aus. Letztes Jahr bin ich zum Beispiel mit dem Rad bis nach Rumänien gefahren, das war echt slow. So habe ich aber auch nicht nur die Landschaft ganz anders wahrgenommen, sondern bin auch sehr viel mit Menschen in Kontakt
gekommen. Gerade mache ich gemeinsam mit meiner Freundin einen einjährigen Road Trip durch Neuseeland. Zwar sind wir mit dem Auto schneller unterwegs als mit dem Rad, trotzdem zelten wir, gehen in kleine Lodges oder auch Airbnbs und versuchen, viel mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Es kommt immer darauf an, wie lange du vor Ort
bleibst, wo du übernachtest und wie sehr du dich und deine Alltagsangewohnheiten integrierst. Also, weniger Sightseeing, mehr Standortwechsel.

Welche sind die besten Ziele für Slow Traveler?

Puh, die Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Es gibt Reisende, die behaupten, dass ein bestimmter Ort gut für Slow Travel geeignet sei. Ich sehe es aber vor allem so: Slow Travel kannst du überall dort machen, wo man dich versteht, wo du übernachten kannst und wo du dir vorstellen kannst, mehr Zeit zu verbringen. Letztes Jahr war mein Slow Travel Favorit
zum Beispiel Serbien, da ich mich vor Ort in das Land und die Leute verliebt habe.

Nach welchen Momenten suchst Du auf Reisen?

Eigentlich genau nach zwei Momenten. Nach denen, wo ich zu mir finde, mich mit mir selbst beschäftige, Antworten auf meine Fragen finde. Zum andern genau den entgegengesetzten. Die Momente, in denen ich alles um mich herum vergesse, einfach Spaß habe, ohne mich fragen zu müssen: Was machst du hier eigentlich gerade? Momente in denen man einfach lebt, nichts hinterfragt, einfach rundum glücklich, zufrieden und dankbar ist.

Wie bereitest Du Dich auf eine Reise vor?

Viele behaupten, sie reisen ohne Geld und sind dann die ganze Zeit auf einem Budgettrip unterwegs. Das ist weniger was für mich. Zwar bin ich auch sehr minimalistisch, habe geringe Ansprüche, gebe wenig Geld aus, aber was mir sehr wichtig ist, ist mein finanzielles Backup. Ich reise also erst los, sobald ich einen komfortablen Puffer an Ersparnissen habe. Was mir außerdem wichtig ist, sind die Ausrüstung und das Gepäck, welches ich für meine Art von Trip benötige. Hier betreibe ich viel Recherche und gebe lieber etwas mehr Geld für leichtes und kompaktes Equipment aus. Was die Destination angeht, informiere ich mich so gut wie nie, da ich sie immer komplett unvoreingenommen erkunden möchte.

Kannst Du Deinen bisher schönsten Reisemoment beschreiben?

Das waren die drei Wochen, in denen ich mit meinem Kumpel auf einem Katamaran angeheuert habe und wir entlang der Ostküste Australiens geschippert sind. Auf einsamen Inseln im Schlafsack unter Palmen übernachten, Fische angeln und zubereiten, und einfach nur getreu dem Motto “back to the roots“ leben.

Hast Du eine persönliche Bucket List?

Nein, das würde mich nur stressen. Lach! Wenn ich eins auf Reisen gelernt habe, ist es, dass es vor allem die Orte, Landschaften, Erlebnisse und Begegnungen sind, die sich spontan auf Reisen ergeben und mir mehr geben, als mit einer gewissen Erwartungshaltung etwas Geplantes zu tun.


Hey, ich bin Matthias, Freund der Extreme. Meistens bin ich aktiv und minimalistisch outdoor unterwegs. Hin und wieder findest du mich aber auch am Pool mit nem Cocktail in der Hand. Ich blogge über aktives, bewusstes und verantwortungsbewusstes Reisen. Ich reise bevorzugt fernab der Touristenpfade und liebe interkulturellen Austausch sowie nachhaltigen Tourismus. Auf TravelTelling – Adventures of a Slow Traveler findest du alles rund um diese Themen.

“Ich würde sagen, dass ich ein Slow Traveller in Ausbildung bin.“ – Elisa von take an adVANture

Elisa, Take an Adventure

Was bedeutet Slow Travel für Dich und würdest Du Dich als Slow Traveller
bezeichnen?

Slow Travel bedeutet für mich, dass man den Moment genießt und nicht durch die Gegend hetzt, auf der Suche nach immer neuen Sehenswürdigkeiten und Highlights. Das man im wahrsten Sinne langsam reist. Und bewusst. Viele tolle Dinge passieren zwischendurch auf dem Weg und nicht dann, wenn man vor der xten Touristenattraktion des Landes steht. Ich glaube nicht, dass ich ein Slow Traveller bin. Dafür habe ich viel zu oft das Gefühl, dass ich etwas verpasse. Und hetze deswegen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Ich würde sagen, dass ich ein Slow Traveller in Ausbildung bin. Das dürfte es ziemlich gut treffen.

Welche sind die besten Ziele für Slow Traveller?

Slow Travel hat für mich weniger mit dem Land, als mit der Reiseart an sich zu tun. Ich glaube jedes Land eignet sich dafür. Es kommt nur drauf an, wie man reist und wie sehr man sich auf die Gegebenheiten einlässt.

Nach welchen Momenten suchst Du auf Reisen?

Ich suche nach den schönsten Momenten in der Natur. Ganz einfach, ohne viel Aufwand und Tamtam. Nach den Momenten, in denen ich ausgepowert durch die Gegend wandere und die Aussicht genieße. Das könnte ich stundenlang machen, denn genau dann fühle ich mich am lebendigsten. Ich mag keine Städte und keine Menschenmassen, deswegen zieht es mich immer wieder raus in die Landschaft.

Wie bereitest Du Dich auf eine Reise vor?

Oh, das ist ganz einfach zu beantworten: Meistens leider fast gar nicht. Ich lese ein paar Blogartikel und das war’s. Oft habe ich vor einem Trip noch 1000 Sachen zu erledigen und koordiniertes Planen gehörte noch nie zu meinen Stärken. Also fahre ich los, ohne Plan, und lasse mich einfach treiben. Irgendwas wird sich schon finden lassen, egal ob es um einen Platz für die Nacht oder eine besonders schönen Aussicht geht.

Kannst Du Deinen bisher schönsten Reisemoment beschreiben?

Einen ganz speziellen Moment gibt es eigentlich nicht. Eher eine Situation, die ich immer wieder auf’s Neue genieße. Der Moment, wenn ich bei meinem Bulli die Heckklappe öffne und noch eingekuschelt unter den Decken die Geräusche der Natur genieße. Nach einer Weile koche ich auf dem Campingkocher einen Kaffee, der nirgendwo besser schmeckt und frühstücke mit Aussicht auf die Berge.

Hast Du eine persönliche Bucket List?

Ja, die gibt es sogar. Meine kleine Löffelliste, die sich fast wöchentlich vergrößert. Das ist wie ein Fass ohne Boden, nur im positiven Sinn. Ich möchte zum Beispiel unbedingt einmal einen Roadtrip durch die Mongolei machen. Ich möchte im Himalaya-Gebirge stehen und den Mount Everest mit eigenen Augen sehen. Ich möchte eine Wanderung in Patagonien unternehmen, fernab von Zivilisation und Internet. Und noch so viele andere Sachen, für die wahrscheinlich ein Leben nicht reicht.


take an adVANture – ein Reiseblog übers Reisen auf und neben der Straße, über das Leben und Draußen sein. Elisa liebt Roadtrips, die Berge und die Natur und ist am liebsten mit einer Matratze im Kofferraum und dem Rucksack auf der Rücksitzbank auf den Straßen dieser Welt unterwegs.

“To-Do-Listen gibt es bei uns nicht.“ – John & Marc von 1 THING TO DO

Marc & John 1 ThingToDo

Was bedeutet Slow Travel für Euch?

Für uns persönlich bedeutet Slow Travel auf der einen Seite, sich einfach treiben zu lassen, auch mal bewusst falsch abzubiegen und die To-Do-Listen aus Alltag und Büro nicht mit auf Reisen zu nehmen. Dadurch sind wir offener für die Destinationen, die wir besuchen und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten kommt man ohnehin vorbei. Zum anderen heißt langsam zu reisen für uns auch, nur für wirklich lange Strecken auf das
Flugzeug zurückzugreifen. Auf unseren beiden Balkantrips waren wir vor allem mit Zügen und Bussen unterwegs. Auf diese Weise schärft man sein Bewusstsein dafür, dass man gerade unterwegs ist. Im Sauseschritt in 10.000 Metern Höhe geht das allzu schnell verloren.

Würdet Ihr Euch als Slow Traveller bezeichnen?

Wenn man unsere Definition ansetzt, dann ja. Wir bereiten unsere Reisen so wenig wie möglich vor. To-Do-Listen gibt es bei uns nicht. Den Ausdruck „must see“ hassen wir. Was die Wahl der Transportmittel betrifft, so haben wir uns geärgert, dass wir beispielsweise bei unserem Trip nach Kiew auf das Flugzeug zurückgegriffen haben und nicht auf den Zug. Um so richtig langsam zu reisen, fehlt uns aber manchmal die Zeit. Wobei wir finden, dass man auch an nur einem Tag langsam reisen kann, wenn man sich einfach treiben lässt.

Welche sind die besten Ziele für Slow Traveller?

Eigentlich die ganze Welt. Bei Interkontinentalreisen fällt es natürlich schwer, die Vielfliegerei auszusparen. Dafür kann man aber vor Ort auf Zug oder Bus zurückgreifen und bei der Wahl der Ausflugsziele Spontaneität walten lassen. Übrigens sind wir der Meinung, dass man auch direkt vor der eigenen Haustür langsam reisen kann, wenn man einfach mal im eigenen Kiez drauf los läuft. In den letzten beiden Jahren haben wir vor
allem Ostdeutschland und Osteuropa für uns entdeckt. Mit dem Zug kann man hier kaum entdeckte Land- und Ortschaften auskundschaften.

Nach welchen Momenten sucht Ihr auf Reisen?

Unser Prinzip ist es, nach Momenten nicht zu suchen. Wir wollen, dass die Momente uns finden. Wer kennt nicht diese Reisemomente, bei denen man schon in jenem Augenblick ihres Geschehens begreift, dass man sie nie vergessen wird? Solche Momente nennen wir 1 THING TO DO. Sie sind quasi das Schmieröl unseres Blogs.

Wie bereitet Ihr Euch auf eine Reise vor?

Wir suchen uns ein Reiseziel aus, das uns gerade besonders interessiert und buchen die entsprechenden Verbindungen. Am liebsten legen wir während einer Reise längere Strecken zurück, wie in diesem Jahr von Kiew nach Montenegro. Für beliebte Destinationen reservieren wir dann auch mal Unterkünfte, die man zur Not stornieren kann. Erfahrungsgemäß kann alles andere recht teuer werden. Meistens aber wissen wir vorab noch gar nicht, wo wir wann sind, und suchen uns an Ort und Stelle eine Bleibe.
Egal, ob es ein Hostel, eine Couch oder auch mal einfach nur der Strand ist.

Könnt Ihr Euren bisher schönsten Reisemoment beschreiben?

Schwierige Frage, denn in der Zwischenzeit sind schon einige 1 THING TO DOs zusammen gekommen. Die Idee zu unserem Blog kam uns aber in Israel, wo wir am Sandstrand von Tel Aviv mit einer Flasche Bier in der Hand die Sonne hinter dem Horizont verschwinden sahen. Das Farbenspiel war unbeschreiblich! Es gibt sicherlich spannendere Momente, die wir auch auf 1 THING TO DO beschreiben. Aber hierbei kam uns die Idee, auf einem Blog solche Reisemomente zu konservieren, anstatt chronologisch
von unseren Trips zu berichten oder anderen „must sees“ vorzuschreiben.

Habt Ihr eine persönliche Bucket List?

Bucket Lists finden wir genauso überflüssig wie To-Do-Listen. Unsere Interessen ändern sich andauernd, und dementsprechend werden wir unsere Reiseziele immer genauso spontan auswählen, wie wir auch unsere Reisen selbst gestalten. Wir haben auch noch keinen blassen Schimmer, wohin es uns im kommenden Jahr verschlägt.


Marc & John berichten auf Ihrem Blog über Ihre 1 THING TO DOs, also diese ganz besonderen Momente an den Orten, die sie bereisen. Um das langsame Reisen dreht sich auch Ihre Blogparade Slow Travel: Wider den To-Do-Listen!

“Slow Travel bedeutet für mich Luxus und Freiheit.“ – Kerstin von Paradise Found

Kerstin Paradisefound

Was bedeutet Slow Travel für Dich?

Slow Travel bedeutet für mich Zeit. Zeit, die Energie des Landes in sich aufzunehmen und sich an das Tempo dort zu gewöhnen. Zeit, sich abseits der Touristenströme zu bewegen und versteckte Schätze zu entdecken. Zeit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und mehr über das Land zu erfahren. Zeit, spontan zu sein und die Reisepläne kurzfristig noch einmal komplett umzuschmeißen. Slow Travel bedeutet für mich Luxus und Freiheit. Leider lässt sich Slow Travel nur schwer mit einem festen Job und begrenzten Urlaubstagen vereinbaren.

Würdest Du Dich als Slow Traveller bezeichnen?

Derzeit bin ich leider nur ein Möchtegern-Slow Traveller. Ich habe einen Vollzeitjob und nur wenige Tage pro Jahr zur Verfügung, die ich dem widmen kann, was mir am meisten Spaß macht: Reisen. In der Vergangenheit bin ich bereits ein paar Mal aus dem Hamsterrad des Alltags ausgebrochen und war als Slow Traveller unterwegs beim Work and Travel Jahr in Australien und bei meiner Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn.

Welche sind die besten Ziele für Slow Traveller?

Meiner Meinung nach sind die meisten Fernreiseziele Slow Travel Ziele. Nur beim langsamen Reisen hat man Zeit, sich richtig auf Land und Leute einzulassen und anzukommen. Auch artet das Reisen dann nicht in schnelles von Ort zu Ort hetzen aus, sondern man genießt bewusster und entdeckt mehr abseits der großen Sehenswürdigkeiten. Australien ist für mich ein klassisches Slow Travel Ziel. Ein tolles Land mit umwerfenden Landschaften aber auch enormen Distanzen. Ich bin sehr froh, Australien langsam, in 11 Monaten, erkundet zu haben. Eine sehr entspannte Reise ist die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Langsam schaukelt der Zug durch Zeitzonen und teilweise immer gleiche, teilweise abwechselnde Landschaften. Nicht lang und man hat jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren. Zudem ist der Zug auch eine tolle Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen.

Nach welchen Momenten suchst Du auf Reisen?

Ganz klar nach den besonderen Momenten, an die man sich im Alltag gerne zurück erinnert. Diese „Weißt Du noch?“-Momente sind oft tolle Begegnungen mit Einheimischen, zufällige Entdeckungen oder besondere Aktivitäten.

Wie bereitest Du Dich auf eine Reise vor?

Was Reisen betrifft vor allem Kurzreisen bin ich ein Planungsjunkie und versuche so viel wie möglich vorzubereiten. Von Fahrplänen über Restaurants bis hin zu interessanten Wanderungen wird alles recherchiert. Manchmal verbringe ich Stunden damit, Orte oder Aktivitäten „ab vom
Schuss“ ausfindig zu machen. Der Vorteil? Im Urlaub selbst verschwendet man keine wertvolle Zeit mit Orientierung und der Frage: „Was sollen wir tun?“ um dann festzustellen, dass manche Dinge bereits ausgebucht sind oder so kurzfristig nicht funktionieren.

Kannst Du Deinen bisher schönsten Reisemoment beschreiben?

Puuuh, eine schwierige Frage. Es gibt so viele wunderbare Momente auf Reisen. Meinen schönsten Reisemoment des letzten Jahres erlebte ich in Kuba. Im Kustenörtchen Playa Larga verbrachten wir einen perfekten Tag beim Schnorcheln mit einem Kubaner, Fische brutzeln über dem Lagerfeuer am Strand und einem unvergesslichen Finale mit tollen Menschen und dem leckersten Mojito Kubas zum gigantischen Sonnenuntergang.

Hast Du eine persönliche Bucket List?

Klar! Nur leider wird diese nicht kürzer im Gegenteil. Je mehr ich reise und andere Reisende treffe, desto länger wird meine Liste. Die derzeitige Liste findest Du hier.


Paradise Found ist der Reiseblog der Wahlholländerin und Naturverrückten Kerstin mit besonderem Fokus auf Road Trips, besonderen Erlebnissen und Road Trips in Europa und der Welt.

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