Berlin
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Berlins Nikolaiviertel: Geschichtsmuseum und Ruheoase

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Ich sitze in einem Café mit dem kuriosen Namen KugelEi und der schönen Adresse Poststraße 12. Dunkles Rot und eine glitzernde Blumentapete schmücken die Wände. Vor mir steht ein Stück frisch gebackener Apfelkuchen, die Stühle sind mit blauem Samt bezogen. Und überall – der Name verrät es – dekorieren Eier in jeglicher Form und Größe den kleinen, wohlig warmen und gemütlichen Raum. Ich sitze am Fenster, mit Blick auf die Nikolaikirche, deren zwei Türme sich vor dem blauen Himmel abzeichnen. Umgeben wird sie von gepflasterten Gassen, in denen die Kaffeestube, das Restaurant Zum Nußbaum oder die Gerichtslaube an diesem frostig-kalten Wintertag im Berliner Nikolaiviertel ebenfalls zum Einkehren und Genießen einladen.

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Nebenan öffnet das Knoblauchhaus seine Türen für einen detaillierten Einblick in das Leben und Wohnen der wohlhabenden Familie Knoblauch. Vom Arbeitszimmer des Familienoberhauptes  Eduard Knoblauch hat u.a. die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße entworfen geht es über quietschende Dielen in die beschauliche Bibliothek und hinüber in das große Wohnzimmer.

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Berlins Nikolaiviertel: Ein Ort der Ruhe mitten in der Hauptstadt

Der Zeitsprung zurück ins Berlin des 18. Jahrhunderts wäre perfekt, wären das Bürgerhaus heute kein Museum und die umliegenden Gassen nicht erst 30 Jahre alt. Einst wurde an diesem Ort der Grundstein für die Stadt Berlin gelegt. Wirklich historisch sind heute nur noch wenige Bauten, wie die Nikolaikirche – die älteste Kirche Berlins geht auf Vorgängerbauten aus dem 13. Jahrhundert zurück – und das Knoblauchhaus als eines der wenigen noch erhaltenen Bürgerhäuser des 18. Jahrhunderts. Der Großteil des Viertels jedoch wurde 1987 rekonstruiert.

Das Nikolaiviertel ist eine lebensgroße Puppenstube mitten in Berlin. Ruhig und idyllisch ist es hier. Ab und zu spazieren Touristen durch die Szenerie und fotografieren wie wild das “echte Berlin“. Eine gelungene Illusion, der auch ich mich nur zu gern hingebe. Zumal die schmalen Gassen um den Kirchplatz so sehr meiner Heimatstadt Brandenburg ähneln, dass es schon fast unwirklich ist. Wer sich im Nikolaiviertel wohlfühlt, wird in der Domstadt an der Havel sein Paradies finden, aber das nur am Rande…

Das Berliner Nikolaiviertel ist ein ruhiger und friedlicher Ort inmitten der Großstadt. Eine Welt in sich, mit behaglichen Kaffeestuben, Antiquariaten und dem Thüringer Weihnachtsmarkt, der hier das ganze Jahr über für Feststimmung sorgt. Wo sonst, wenn nicht in dieser hübschen Ansammlung von Puppenhäusern.

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