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Ein Wochenende in Kassel: Romantische Burgruinen, Wasserspiele und moderne Kunst

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Bei einem Besuch in Kassel steht der Bergpark Wilhelmshöhe ganz oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten. Dieser Ort vereint Natur mit beeindruckenden, von Menschenhand geschaffenen Bauten zu einem Gesamtkunstwerk, das es so nur einmal gibt. Ein Spaziergang durch den größten Bergpark Europas ist, als würde man ein Märchenbuch aufschlagen und eine Welt aus Burgen, Schlössern und Grotten betreten. Im Sommer laden die Götter zu vergnüglichen Wasserspielen ein.

An diesem ersten Juni-Wochenende habe ich meinen besten Freund an meiner Seite, um Kassel zu entdecken. Er ist hier aufgewachsen und somit der ideale Reiseführer. Seine Begeisterung für die Orte, die ihn schon als Kind verzauberten, ist ansteckend und begleitet uns auf unserem Weg zu alten und neuen Sehenswürdigkeiten.

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Meine Tipps für ein Wochenende in Kassel:

Entdeckungstour durch den Bergpark Wilhelmshöhe

Die Wilhelmshöher Allee führt wie eine gerade gezogene Linie über 4 Kilometer durch Kassel und lenkt den Blick auf den Star der Stadt: den Bergpark Wilhelmshöhe mit der monumentalen Herkules-Statue. Als Herrschaftssymbol des Landgrafen sollte er schon von Weitem beeindrucken und hat diese Wirkung auch 300 Jahre später nicht verloren. Der Park, mit dessen Gestaltung schon um 1680 begonnen wurde, ist eine märchenhafte Anlage mit romantisch versteckten Inseln der Ruhe, Tempeln und verwunschenen Grotten sowie beindruckenden Aussichtspunkten. Von der Eremitage des Sokrates etwa blicken wir auf einen scheinbar menschenleeren Waldabschnitt, der Ruhe und Ursprünglichkeit ausstrahlt. Die blühenden Bergwiesen laden dazu ein, sich ins Gras zu legen und den Wolken beim Wandern zuzuschauen.

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Viele Bauten im Park wurden aus Tuffstein (Vulkangestein) errichtet, der ihnen einen sehr ursprünglichen und urgewaltigen Charme verleiht. Wir spazieren über steile Wanderwege und erfreuen uns an dem herrlich süßen Duft im Rosengarten, immer begleitet vom Plätschern des Wassers. Neben geheimnisvollen Pyramiden und Göttertempeln beherbergt der Park sogar ein chinesisches Dorf. Hier lohnt sich auch ein Rundgang durch die Villenkolonie Mulang, wo noch viele Gebäude von früher erhalten sind beziehungsweise nach dem Krieg wiedererrichtet wurden. Dazu gehört auch das hübsche ehemalige Hotel Ridinger Schloß, mit dessen Besitzern wir zufällig ins Gespräch kommen und dabei viel lernen. Die Kasselaner habe ich allgemein als sehr offenherzig und hilfsbereit erlebt. Noch ein Grund, warum ich gern einmal wiederkommen möchte.

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Die Wasserspiele begleiten

Leise dahin plätschernde Bäche werden zur Nebensache, wenn im Bergpark Wilhelmshöhe die jährlichen Wasserspiele stattfinden. Das Spektakel startet am Herkules, dem höchsten Punkt des Parks. Von hier bahnt sich das Wasser seinen Weg über die Kaskaden, den Steinhöfer Wasserfall, die Teufelsbrücke und das Aquädukt nach unten ganz ohne Leitungen und genauso, wie schon vor 300 Jahren. Wir folgen ihm, ebenso wie zahlreiche andere Besucher an diesem Wochenende, und bleiben dabei auch nicht ganz trocken. Der Anblick, wie die tosenden Wassermassen über die Kante des Aquädukts stürzen, hat mich am meisten beeindruckt. Trotzdem schafft es am Ende die 50 Meter hohe Fontäne, das Spektakel zu krönen und zu einem mehr als würdigen Abschluss zu bringen. Begeistert bleiben wir noch eine Weile auf der Wiese vor dem Schloss sitzen und blicken hoch zum Herkules, wo es nun wieder still geworden ist. Die Wilhelmshöhe ist ein märchenhafter Ort und zurecht seit 2013 UNESCO Weltkulturerbe.

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In der Löwenburg zurück ins Mittelalter reisen

Müsste ich mich auf ein Highlight im Bergpark Wilhelmshöhe festlegen, wäre es wohl die Löwenburg. Sie hat alles, was eine romantische Burgruine aus dem Mittelalter braucht: einen Burggraben, Türme, bröckelnde Mauern und eine Rüstkammer. Nur die Vergangenheit fehlt ihr. Landgraf Wilhelm IX ließ sie Ende des 18. Jahrhunderts als Lustburg errichten. Noch heute ist sie eine faszinierende Spielburg, in der erwachsene Männer und Frauen wieder zu Rittern und Burgfräulein werden. Bei einer Führung können u.a. die Rüstkammer mit einer Sammlung von Rüstungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und die Kapelle besichtigt werden. Im Irrgarten hinter der Burg gibt es eine etwas versteckt liegende Bank, die einen romantischen Blick über die Wilhelmshöhe bietet.

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Die Aussicht vom Herkules genießen

Vor dem Beginn der Wasserspiele haben wir die Aussichtsplattform und die Pyramide auf dem Oktogon erklommen, auf der der über 8 Meter hohe Herkules thront. Von hier schaut man über die ganze Stadt und die nahen Gebirge und kann auch schon den Weg erkennen, den das Wasser gleich über die Kaskaden bis zur großen Fontäne vor dem Schloss Wilhelmshöhe nehmen wird.

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Astronomie und Prunk im Landschaftspark Karlsaue

Ein Ort zum Entspannen und Flanieren ist auch der Landschaftspark Karlsaue mit der kleinen Schwaneninsel und der Orangerie, die beide eine hübsche Sichtachtse bilden. Auf der Karlswiese trifft man sich, um die Sonne zu genießen. Die Orangerie dahinter beherbergt heute ein Planetarium. Auch im Park verteilen sich Tafeln und Mitmachstationen, die über unser Sonnensystem informieren. Das Marmorbad direkt neben der Orangerie war an diesem Wochenende leider geschlossen, die barocke Badeanlage ist aber sicherlich einen Besuch wert.

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Zeugnisse der documenta

Wie in Münster, kann man auch auf einem Spaziergang durch Kassel moderne Kunstwerke entdecken. Die documenta-Stadt wird alle fünf Jahre zum Zentrum der zeitgenössischen Kunst und einige Ausstellungsstücke sind ihr erhalten geblieben. So etwa der Granitfindling im Baum neben der Orangerie oder der Rahmenbau, der den Blick des Betrachters auf die Karlsaue und Orangerie konzentriert. Am bekanntesten ist wohl der “Himmelsstürmer“ am Kulturbahnhof.

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Nützliche Tipps für ein Wochenende in Kassel

Die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe finden jährlich in der Zeit vom 1. Mai bis zum 3. Oktober mittwochs, sonntags und an Feiertagen statt. Beginn ist um 14.30 Uhr am Herkules.

Aufgrund von Restaurierungsarbeiten ist die Löwenburg in den kommenden fünf Jahren nur beschränkt zugänglich. Ein Besuch lohnt sich aber definitiv, da man bei der Führung viele Informationen zur Geschichte der Burg und ihre Renovierung erhält.

Hoteltipp: Das H4 Hotel Kassel liegt direkt neben dem Kongress Palais und nahe des Bahnhofs Kassel Wilhelmshöhe. Meine Highlights waren hier defintiv der Blick aus dem Zimmer im 9. Stock und das umfangreiche Frühstücksbuffet.

Ich bedanke mich bei Kassel Marketing für die Einladung und freundliche Zusammenarbeit. Mein größter Dank gilt aber meinem besten Freund, der dieses Wochenende zu etwas ganz Besonderem gemacht und mir Kassel nahgebracht hat, wie nur er es konnte. 

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