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Wandern im Südtiroler Eggental: Durch das Sonnensystem und einen verzauberten Rosengarten

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Obwohl nur 20km von Bozen entfernt, ist das Eggental ein eher unbekannter Ort im UNESCO Welterbe Dolomiten. Dabei machte schon die österreichische Kaiserin Sissi gerne Urlaub in dem hübschen Tal, das von romantischen und sagenumwobenen Panorama-Wanderwegen durchzogen ist. Mit der richtigen Führung entwickelt man hier schnell eine richtige Leidenschaft fürs Wandern – auch als Stadtpflanze.

Gummer: Auf dem Planetenweg durch’s Sonnensystem

Unsere erste Tour führt uns vom Planetarium in Obergummer über die Sternwarte (der einzigen in Südtirol) und den Planetenweg, wo wir uns durch das Sonnensystem von Merkur bis Pluto bewegen. Mehrere Dörfer haben sich hier zum “Ersten europäischen Sternendorf“ zusammengetan und bringen Besuchern diese ferne Welt etwas näher. Wir wandern durch den Wald, übers Moor und über weite Wiesen, treffen dabei auf Esel, Pferde und Kühe und pflücken köstliche Walderdbeeren am Wegesrand. Überall gibt es etwas zu entdecken und unser Smartphone holen wir höchstens aus der Tasche, um Fotos zu machen.

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Begleitet werden wir auf unseren Wanderungen von der Extrembergsteigerin Tamara Lunger, die schon den Gipfel des K2, des zweithöchsten Berges der Welt, erklommen hat. Sie lehrt uns vor allem, dass man viel mehr schafft, als man sich zutraut. Man merkt, dass sie in den Bergen zu Hause ist und nicht viel zum Glücklichsein braucht. Sie bevorzugt Freiheit, statt viel Besitz. Uns gibt sie auf jeden Fall viel Motivation und Inspiration für unsere Wanderungen  und darüber hinaus.

Latemarium: Umrundung der Rosengartengruppe

Tamaras motivierende Worte werden vor allem am zweiten Tag benötigt, an dem wir uns die anspruchsvolle fünfstündige Umrundung der südlichen Rosengartengruppe vornehmen. Die erste Etappe legen wir mit dem Sommerlift zurück, dann begeben wir uns in sagenumwobene Höhen. Die Landschaft um uns herum wandelt sich vom märchenhaften Wald mit bunten Alpenblumen hin zu 260 Mio Jahre alten Gesteinsschichten und schroffen Felsen. Der Sage nach raubte der Zwergenkönig Laurin einst die Tochter des Königs an der Etsch und brachte sie in seinen Rosengarten; die Ritter des Königs wollten sie befreien und lieferten sich einen Kampf mit Laurin, den dieser trotz Tarnkappe nicht gewinnen konnte. Die Bewegungen der Rosen, zwischen denen er sich verbarg, entgingen den Rittern nicht und so nahmen sie ihn gefangen. Daraufhin verfluchte der Zwergenkönig seinen Rosengarten: Kein Mensch sollte ihn weder tags noch nachts jemals wieder erblicken. Den Sonnenauf- und Sonnenuntergang vergaß er jedoch, daher zeigen sich die Rosen in der Dämmerung im roten Licht.

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Bergführer Hansjörg Welscher

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Neben Tamara Lunger begleitet uns heute auch der Bergführer Hansjörg Welscher. Er zeigt uns die kleinen und großen Naturschönheiten um uns herum, führt uns sicher über Treppen, Eis und steile Wege und erzählt, wie sich die Natur hier oben auf kurze und lange Sicht verändert. Während es bis vor 25 Jahren noch Gletscher auf den umliegenden Bergen gab, sind sie heute im Sommer komplett von Eis befreit. Der Permafrost zieht sich immer weiter zurück – und dieses Wasser fehlt wiederum in den Seen der Umgebung. Einige sind schon ausgetrocknet, irgendwann wird es auch den Karersee nicht mehr geben.

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“In den Bergen ist kein Tag wie jeder andere“ weiß unser Bergführer zu berichten. Dass sich die Umstände hier oben auch innerhalb von einigen Stunden oder Minuten ändern können, erleben wir kurz darauf, als dunkle Wolken aufziehen und die Berggipfel um uns herum verschwinden. Auf einige erste Blitze und Donnergrollen folgen bald starker Regen und Hagel. Schnell bilden sich weiße Bäche, die die Wege hinunterfließen. Auch wenn ich ein großer Gewitter-Freund bin, bin ich doch froh, dass wir in diesem Moment auf der überdachten Terrasse einer kleinen Hütte zu Mittag essen. Nach und nach zieht es uns dann aber doch hinein – in die gemütliche Wärme des kleinen Gasthauses. Zweimal ist kurz der Strom weg, doch im nächsten Moment ist es schon wieder hell.

Draußen allerdings nicht, der Himmel ist trüb und das Gewitter hält an. Trotzdem können wir nicht länger warten, der Lift fährt nur noch bis 18:00Uhr. Also wagen wir es und laufen los, durch den Regen und begleitet von Blitz und Donner. Der Hagel hat einige Wegesabschnitte in eine weiße Winterlandschaft verwandelt. Nach etwa 40min erreichen wir mit viel Wasser in den Schuhen den Lift, der uns nach dem Ende des Unwetters wieder an unseren Startpunkt bringt. Nur wenige Stunden später, aber um ein aufregendes Erlebnis reicher.

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Tipps zum Wandern im Südtiroler Eggental

Die Wanderung auf  dem Planetenweg in Gummer ist eine leichte Tour und in 3h zu schaffen. Unterwegs gibt es mehrere Möglichkeiten zur Einkehr.

Die kleine Rosengartenumrundung ist als anspruchsvoll eingestuft, man sollte schwindelfrei sein und die passende Wanderkleidung dabei haben. Die Tour ist 11km lang und dauert etwa 5h. Unterwegs lädt die Rotwandhütte zur Rast ein.

Das Wandern in Begleitung eines Bergführers hat mir sehr gut gefallen. So kann man sich anspruchsvolleren Touren stellen, die man sich allein nicht zutrauen würde. Dazu erfährt man noch allerhand Interessantes über die Region. Hier könnt ihr euch für eine Tour mit Bergführer anmelden.

Buchtipp:  Über ihre Liebe zu den Bergen, ihre größten Erfolge und schwierigsten Momente schreibt Tamara Lunger in ihrem Buch Meine Glückseligkeit an der Grenze zum Tod.

Lohnenswert ist auch ein Ausflug zum Lago di Carezza (Karersee). Mit seiner intensiven Farbe und den Felsen, die aus dem Wasser ragen und am Ufer zerstreut liegen, wirkt auch er als wäre er einer alten Sage entsprungen. Bei klarem Wetter spiegeln sich die Gipfel des Latemar majestätisch auf der Wasseroberfläche. So viel Schönheit wird natürlich gut vermarktet und es mangelt weder an einer großen Aussichtsplattform, noch an einem Café oder Souvenirshop. Wer allein am See spazieren möchte, sollte also so früh wie möglich kommen.

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Ich danke Eggental Tourismus für die Einladung zur Pressereise.

2 Kommentare

  1. Tolle Bilder! Vielen Dank für den Beitrag, da bekomme ich glatt Lust wieder los zu ziehen. Aber am Montag ist es ja wieder soweit, dann ruft das Allgäu.

    Liebe Grüße,
    Jörg von Outdoorsuechtig.de

    • Steffi sagt

      Lieben Dank Jörg. Ich wünsche Dir eine schöne Zeit im Allgäu. Viele Grüße, Steffi

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