Mittelalterliche Städte, Burgen und Weinberge: Unterwegs auf der Bergstraße in Hessen

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Bei diesem Kurzurlaub mit meiner Familie in Hessen ist mir einmal mehr bewusst geworden, wie schön Reisen in Deutschland sein kann. Nachhaltiger ist es selbstverständlich auch, wenn ihr nahe Reiseziele wählt und diese im besten Fall mit Bus oder Bahn erreicht. So seid ihr automatisch umweltfreundlicher unterwegs. Ausgehend von Darmstadt wollten wir ein paar Orte entlang der Bergstraße besuchen, die über Mannheim weiter nach Wiesloch in Baden-Württemberg führt. Was wir dabei entdeckt haben, sind Fachwerkstädte wie aus dem Märchen und malerische Ausflugsziele im Grünen.

Los ging es in Darmstadt, wo wir interessante Architektur wie das Hundertwasserhaus oder das Jugendstil-Ensemble auf der Mathildenhöhe besichtigt haben. Hier befindet sich zudem eine von Zar Nikolaus II in Auftrag gegebene russische Kapelle, deren reiche Innenausstattung ihr euch unbedingt anschauen solltet. Darmstadt ist eine sehr grüne Stadt und man kann z.B. sehr schön entspannt durch die historische Parkanlage rund um das Schloss spazieren. Dabei wurden wir von einigen Gänse begleitet. Auf geschichtsträchtige Orte werden wir auch in den kommenden Tagen noch treffen. Im Park Rosenhöhe haben mich vor allem die riesigen kalifornischen Mammutbäume beeindruckt, mit denen man hier eher weniger rechnet.

Ein Tipp für Bücherfreunde: Im Prinz-Georg Garten gibt es eine kleine Bibliothek, aus der jeder ein Buch ausleihen oder sogar behalten darf, wenn er dafür eines aus dem eigenen Bücherregal spendet. Dieses nachhaltige Prinzip kannte ich bisher nur in kleinerer Version in Form von öffentlichen Bücherschränken oder Telefonzellen (z.B. in Berlin).

In Bensheim ist der Staatspark Fürstenlager ein schönes Ausflugsziel. Nach Kaffee und Kuchen im Herrenhaus führte uns unser Spaziergang durch die ehemalige Sommerresidenz der hessischen Herzöge vorbei an hübschen historischen Bauten, Tempeln, Brunnen und Platanenalleen. Auch die an den Landschaftspark angrenzenden Weinberge bieten tolle Aussichten. In der Ferne ist z.B. die Ruine des Schlosses Auerbach zu erkennen. Aufgrund des milden Klimas gedeiht die Trauben an der Bergstraße besonders gut. Wer sich genauer für den Park und seine Geschichte interessiert, kann an spannenden Themenführungen z.B. über Wein, die Botanik oder das Brotbacken teilnehmen.

 

Mit romantischen Altstadtgassen und hübschen Fachwerkhäusern präsentiert sich Heppenheim an der Bergstraße, das mir am besten gefallen hat. Der Marktplatz der Stadt gehört mit dem geschlossenen Ensemble aus historischen (Fachwerk-) Häusern zweifellos zu den Schönsten in Deutschland. Man fühlt sich wirklich wie im Märchen, dazu bei trägt auch der Heppenheimer Laternenweg. Mehr als 150 Scherenschnitte geben hier Einblick in die hessische Sagenwelt. Leider hatten wir nur ein paar Stunden Zeit, ansonsten hätte ich auch gerne eine nächtliche Laternenführung mitgemacht. Auch Heppenheim ist von Weinbergen umgeben. Ganz oben thront ein weiteres Zeugnis der Vergangenheit, die Starkenburg. Die Höhenburg stammt aus dem 11. Jahrhundert und kann bestimmt einiges über die bewegte Vergangenheit der Region berichten.

 

Mittelalterlich zeigt sich auch die Altstadt von Ladenburg am Neckar, dem Geburtsort von Carl Benz, der einem hier vielerorts begegnet. Neben dem Carl Benz Museum befindet sich unweit des Neckars auch die älteste Garage der Welt. Ein schöner Spazierweg führt entlang der Neckarpromenade. Eine Aussichtsplattform bietet einen weiten Blick über den Fluss, es gibt sogar Strände zum Baden und eine große Liegewiese. Wenn ihr spontan Lust auf eine kleine Tour über das Wasser habt, könnt ihr mit der Fähre nach Neckarhausen übersetzen und dort das Schloss Neckarhausen besichtigen.

 

Noch mehr Informationen zur Bergstraße findet ihr hier.

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