Die schönsten Reisebücher: Lesetipps für Weltenbummler

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Hier findet ihr eine Auswahl meiner liebsten Reisebücher, die ich regelmäßig erweitere. Viel Spaß beim Inspiration finden, Planen und Träumen – Fernweh ist garantiert!

Die schönsten Reisebücher für Weltenbummler

Achtsam reisen: Kabellos glücklich oder Wie dein Urlaub zur echten Auszeit wird

buch-auf-landkarte“Achtsam reisen“ ist eine sehr schön illustrierte Inspirationsquelle für alle, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Slow Travel beschäftigen. Es beinhaltet erste Tipps fürs Digitale Detoxing und Abschalten unterwegs – zum Beispiel statt dem Smartphone eine Uhr mitnehmen, einen Stadtplan statt einer App nutzen, ein Tagebuch führen und auf Menschen zugehen. Dabei sind auch Tipps zum Reisen mit Kindern. Wer neben diesen Tipps und ersten Denkanstößen zum bewussten Reisen tiefer in das Thema eintauchen möchte, sollte unbedingt Dan Kieran lesen.

Dumont; 16,99€

Slow Travel – Die Kunst des Reisens

slow-travel-buchDes Menschen wahre Heimat ist nicht das Haus, sondern der Weg, und das Leben selbst ist eine Reise, die zu Fuß zurückgelegt werden muss.“

Diese Philosophie kommt Dan Kierans Verständnis vom Reisen schon sehr nah. Nur dass sich der Reiseschriftsteller und Slow Traveller nicht (nur) zu Fuß auf den Weg macht, sondern bei weiteren Strecken auch mit der Bahn (er hat Flugangst) – oder einem Milchwagen, in dem er zusammen mit zwei Freunden vier Wochen durch England reiste. Langsamer geht es kaum.

Als er mit 21 Jahren nach London zog, nutzte er statt der U-Bahn lieber den Bus, um ein Gefühl von dieser riesigen Stadt zu bekommen. Für Kieran ist beim Reisen die Intensität das Wichtigste, daher ist er auch ein Befürworter vom Reisen ohne Plan. Er fordert uns dazu auf, die Kontrolle einfach abzugeben und Überraschungen zuzulassen. Vielleicht kann Reisen in der Form sogar eine Art Therapie sein? Denn je langsamer wir unterwegs sind, umso mehr verschiebt sich unsere Aufmerksamkeit und unser Blick richtet sich auf Kleinigkeiten; Dinge, die uns bisher verborgen waren und auf unser Innerstes.

Neben seiner Reisephilosophie gibt Dan Kieran in “Slow Travel: Die Kunst des Reisens“ dem Leser auch einige literarische Tipps mit auf den Weg, die ebenfalls die Idee des langsamen Reisens vertreten. Man möchte es direkt ausprobieren, einfach den Rucksack schultern und los laufen…

Heyne Verlag; 9,99€

National Geographic. In 125 Jahren um die Welt. Europa

Sie passen in kein Bücherregal und man kann auch nicht mal eben im Bett noch eine Seite darin lesen. Trotzdem sind die Bildbände des TASCHEN Verlages etwas besonderes. Nun reiht sich ein weiterer in meine Sammlung ein. Das Buch “National Geographic. In 125 Jahren um die Welt. Europa“ ist der passende Begleiter für einen gemütlichen Sonntagabend. Mit hochwertigen Aufnahmen und Reportagen aus den letzten 125 Jahren nimmt uns National Geographic darin an die Hand und mit auf eine beeindruckende Zeitreise durch Europa. Von den Bergen Finnlands über die mystische Natur Schottlands bis in die Türkei entdecken wir großartige Landschaften und aufregende Städte wie London, Berlin, Rom und Moskau.

In manche Bilder verliebe ich mich sofort, z.B. in die Aufnahmen von Leo Tolstois Landsitz , Schloss Neuschwanstein im Herbst, des prächtigen Petersdoms oder der schottischen Isle of Skye ; andere erschrecken etwa die Fotografien vom Walfang in Island. Emotional sind sie alle. Zugleich geben die Bilder einen Einblick in die Geschichte der Fotografie: Schwarz-Weiß-Fotos wechseln sich mit Farbfotos ab. Dazwischen immer wieder Aufnahmen, die wirken wie ein Gemälde. Sie erzählen von der Historie eines Ortes und seiner Bewohner und halten Momente der Geschichte fest, so zum Beispiel den geschmückten Piccadilly Circus in London im Krönungsjahr von Queen Elizabeth II 1953.

Dieser Bildband ist ein Werk für die Ewigkeit, in dem man sich gerne verliert. In der Reihe ebenfalls erhältlich: National Geographic. In 125 Jahren um die Welt. Asien & Ozeanien.

TASCHEN; 50,00€

Your Home Is My Castle: Als Wohnungstauscher um die Welt

haustausch-buchWer träumt nicht ab und zu davon, den einstudierten Alltag für einen kurzen Zeitraum zu verlassen und in ein anderes Leben an einem anderen Ort zu schlüpfen? Wenn ein Tag mal wieder dem Vorherigen gleicht und die Gedanken die Koffer packen und um die Welt reisen: Wie würde sich das Leben wohl in Florenz anfühlen? Oder London? Jessica Braun und Christoph Koch wissen, wie das ist, denn sie tauschen regelmäßig ihre Wohnung – und häufig auch den Alltag. Von einer Woche Urlaub in Paris, Kopenhagen oder England bis hin zu drei Monaten Leben in Kalifornien haben sie schon viel ausprobiert. In ihrem Buch “Your Home Is My Castle“ führen sie den Leser durch alle Schritte des Hausstausches – die Anmeldung auf den unterschiedlichen Plattformen, die Suche nach geeigneten Tauschpartnern und -orten, das Ankommen in der fremden Wohnung etc. – und schaffen es dabei (zumindest bei mir), alle Zweifel aus dem Weg zu räumen.

Die beiden wirken unheimlich locker und ehrlich; eigentlich genauso, wie sie auch die Tausch-Community beschreiben. Kein Wunder, wenn man seine Wohnung fremden Leuten überlässt, spielen Ehrlichkeit und Authentizität natürlich eine enorm große Rolle. Das Buch ist mit 18 Checklisten und persönlichen Tipps zu den Destinationen Ratgeber und unterhaltsamer Erlebnisbericht in Einem. Und die Idee des Haustausches erscheint nach der Lektüre noch um einiges interessanter…

Malik; 15,90€

Weltherz: Von einem, der auszog, die Freiheit zu suchen

weltherz-buchcover“Ich wollte leben, mich lebendig fühlen. Ich wollte wissen, auf welche Weise man leben kann. Ich wollte die Vielfalt der Welt erfahren und mit der Natur verbunden sein. Ich wollte Klarheit.“ Also kündigt Markus Steiner seinen Job in Deutschland und begibt sich auf Weltreise – von Tel Aviv über den Mount Everest, ins australische Outback bis nach Burma.

Markus Steiner ist dabei nicht nur auf der Suche nach sich selbst, sondern auch nach der Zeit. Er möchte im Hier und Jetzt leben. Den Moment leben. In Nepal lernt er ein neues Zeitgefühl kennen und findet vor allem eines: die Langsamkeit. Beim Meditieren in Thailand wird er von der Fülle an philosophischen Fragen, die ihm in den Kopf strömen, beinah erschlagen – und schafft es doch, diese zu ordnen und einige für sich zu beantworten.

Sein ständiger Gefährte auf der Reise um die Welt ist sein Tagebuch, das ihm Halt und Schöpfungsquelle zugleich ist. Seine Beschreibungen der Orte, die er besucht und Begegnungen sind ganz besonders nah am Geschehen, mit vielen Metaphern erschafft er in seinem Buch “Weltherz“ poetische Welten. Und lässt dabei den Leser mit vielen Fragen zurück, die jeder nur für sich allein beantworten kann.

Malik; 16,00€

Loslassen – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte

buchcoverKatharina Finke ist schon immer viel gereist und als Leser begleiten wir sie in Ihrem Buch “Loslassen – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte“ auf verschiedenen Stationen ihres Lebens. So geht sie zum Beispiel nach dem Abitur nach Bristol und kümmert sich dort um ein autistisches Mädchen oder arbeitet in New York mit einem Fernsehjournalisten zusammen. Irgendwann entscheidet sie sich dazu, ihren festen Wohnsitz ganz aufzugeben. Als Journalistin kann sie überall arbeiten, ihre Reisen führen sie z.B. auch nach Neuseeland, Indien und China.

Mich hat dabei besonders beeindruckt, dass sie immer wieder aus ihrer Komfortzone ausgebrochen ist und Neues zugelassen hat. Natürlich genießt sie eine enorme Freiheit, aber auch die negativen Aspekte dieses minimalistischen Lebensstils werden beleuchtet.  Am Ende ist es dem Leser überlassen, was er aus Ihrer Geschichte mitnimmt. Ein bisschen Minimalismus und Verzicht schadet mit Sicherheit niemandem, im Gegenteil.

Malik; 16,00€

#10 Tage: In zehn Tagen um die Welt

buchcover-karrasch“Mal kurz die Welt erobern“ ist Christoph Karraschs Motto auf seiner Reise um den Globus in 10 Tagen. Genauer gesagt bereist er in dieser kurzen Zeit natürlich nicht die ganze Welt, sondern fünf Städte auf fünf Kontinenten. Sowohl die Ziele als auch die Aktivitäten vor Ort bestimmen seine Follower, die noch während er unterwegs ist, darüber abstimmen.

Es ist eine Reise für alle. Obwohl es ursprünglich sein Wunsch war, macht Christoph diesen Trip vor allem für seine Fans. Eine seiner häufigsten Fragen während der zehn Tage lautet daher auch: Wo gibt es hier Internet? Tatsächlich verbringt er viel Zeit online, schneidet zwischendurch Videos, postet Fotos und erwartet gespannt die Ergebnisse der Votings: Meerschweinchen essen in Lima? SkyJump in Auckland? Freiwilligenarbeit in einem Township in Kapstadt? Die Wahl liegt nicht bei ihm. Auf diese Fremdbestimmung muss man sich einlassen können. Für mich wäre das nichts, umso mehr bewundere ich Christoph dafür. Ebenso dafür wie er es schafft, mit dem ständigen Zeitdruck umzugehen ohne durchzudrehen. Die Zeit reist mit ihm wie ein mürrischer Begleiter. Direkt am 1. Tag fängt er an die Stunden zu zählen und hat prompt Pech: Sein erster Flug hat Verspätung.

“In zehn Tagen um die Welt“ bedeutet eben auch Stress und Anstrengung. Dazu kommt noch, dass Christoph sich einen Virus eingefangen hat. Er fühlt sich beschissen und denkt daran abzubrechen. So schleppt er sich dann durch Lima und Las Vegas und erst an seiner dritten Station – Neuseeland – hat man das Gefühl, dass er die Reise endlich genießen kann. Kein Wunder, denn natürlich schicken ihn seine Follower auch zum Hobbiton Set nach Matamata.

Christophs Weg führt ihn weiter über Kathmandu bis zu seiner letzten Station: Kapstadt. Eine schöne Ergänzung zu seinen Erlebnissen sind dabei die Einblicke in alte Legenden und mythische Geschichten der Orte, wie zum Beispiel die neuseeländische Version von Romeo und Julia. Für den Leser sind sie wie kleine Ruheoasen inmitten dieses irrwitzigen Reise-Marathons. Bei dieser extremen Art zu reisen gibt es kein Zeitfenster für einen Spaziergang ohne Ziel oder die Erinnerung an einen schönen Moment, da die Gedanken bereits am nächsten Ort sind. Umso schöner ist es dann auch zu lesen, dass Christoph irgendwann letztlich doch in der Welt ankommt und den digitalen Raum sogar für einen Moment vergisst.

Ullstein extra; 4,99€

Boarderlines

Eine Reise nach Bali 1996 ändert für Andi alles: Hier steht er zum ersten Mal auf einem Surfbrett und hat seinen Sinn des Lebens gefunden. Über Monsterwellen und die Frage “Karriere oder Leidenschaft?“ schreibt Andreas Brendt in seinem ersten Buch “Boarderlines“. Denn plötzlich sieht er sich zwischen zwei Welten: Seinem Studium in Köln und dem Wunsch, einfach nur zu Surfen. Er nutzt jede freie Minute, um seinem Hobby nachzugehen, in den Semesterferien arbeitet er als Surflehrer. Bis zum Studienabschluss, danach muss er sich entscheiden: “Surfer oder Akademiker. Grenzenlose Freiheit verlieren oder Traumjob gewinnen?“

Wer stellt sich nicht auch hin und wieder Fragen wie diese? Und träumt davon, aus dem Alltag auszubrechen und ein Leben an den schönsten Plätzen der Welt zu führen? Vielleicht macht es daher so viel Spaß, Andi auf seinem Weg zu begleiten. Sein Buch ist witzig und ehrlich geschrieben und auch für Nicht-Surfer unterhaltsam, wobei das Surfen natürlich immer im Mittelpunkt steht.

CONBOOK; 9,95€

The Longest Way: 4646 Kilometer zu Fuß durch China

the-longest-way-buchcover4646 Kilometer ist Christoph Rehage durch China gelaufen, nachdem er zwei Jahre an der Filmuniversiät in Beijing studiert hatte. Auch vorher ist er schon gerne gelaufen, zB. durch Frankreich, und nun soll es eben von China nach Hause gehen. Auf diesem Plan beharrt er dann auch ganz fest. Er lässt sich nicht mitnehmen oder fährt Strecken mit dem Zug, auch dann nicht, wenn es beschwerlich wird. Die meisten Tage seiner Reise laufen in etwa gleich ab: Laufen, eine Unterkunft und etwas zu Essen finden. Wenn es in einem Ort kein Hotel gibt, muss er an fremden Türen klopfen und um eine Schlafmöglichkeit bitten. Manchmal zeltet er irgendwo in der Wildnis, auch wenn er im Winter dabei fast erfriert.

Zwischendurch hat er mal Fußpilz oder Begleitung von anderen Wanderern, die sich ihm für ein paar Tage anschließen. Dabei erzählt Rehage in “The Longest Way“ auch die Geschichte der Orte, die er besucht. Die Chinesische Mauer ist natürlich auch dabei. Seine Beschreibungen sind zum Teil fast lyrisch, mitunter aber auch provozierend. Auf keinen Fall beschönigend. So tritt der Schriftsteller auch in den chinesischen Medien auf, wo er regelmäßig Zeitungskolumnen verfasst. “The Longest Way“ wurde auch ins Chinesische übersetzt.

Piper; 11,00€

Journeyman: 1 Mann, 5 Kontinente und jede Menge Jobs

journeyman-coverDas Buch “Journeyman: 1 Mann, 5 Kontinente und jede Menge Jobs“ habe ich an einem heißen Sommertag im Garten tatsächlich mehr oder weniger an einem Stück gelesen. 2010 hat der Autor Fabian Sixtus Körner fast ohne Geld (Startkapital 250€) Deutschland verlassen, um die Welt zu bereisen und unterwegs für Verpflegung und Übernachtung zu arbeiten.

Denn neben seinem Wunsch zu reisen, war ihm auch die berufliche Karriere wichtig. Das hat mir u.a. besonders gut gefallen: Zu verfolgen, auf welche Herausforderungen er beim Arbeiten im Ausland gestoßen ist und wie er es geschafft hat, beides miteinander zu verbinden. An anderer Stelle wird uns so oft erzählt, dass die Arbeit nicht wichtig ist und nicht glücklich macht, denn nur Reisen ist das einzig Wahre. Aber nicht jeder möchte und kann sich auch nicht für eines entscheiden und möchte beides.

Fabian Sixtus Körner hat es gewagt und einige sehr coole Jobs gemacht, die ihn u.a. nach Shanghai, Alexandria, Bangalore, Brisbane und Havanna geführt haben.  Sein Buch hat er an vielen Stellen mit QR-Codes versehen, über die man sich zusätzlich Fotos und Videos zu seiner Reise anschauen kann. Ich bin ihm gerne gefolgt und kann das Buch nur weiterempfehlen.

Ullstein Verlag; 9,99€

Ich hab Zeit, was hast du? Mit dem Goggomobil auf der Suche nach dem entschleunigten Leben

coverIn ihrem Buch Ich hab Zeit, was hast du?: Mit dem Goggomobil auf der Suche nach dem entschleunigten Leben folgen wir Bianca Schäb auf ihrer Reise 3.000 Kilometer quer durch Deutschland, alle Bundesländer und irgendwie auch zu sich selbst. Mit ihrem roten Goggomobil wird sie Teil der Slow Travel Bewegung, ohne es zu ahnen.

Bianca Schäb ist auf der Suche nach Antworten. Sie möchte wissen wie sie es schaffen kann, dass die Zeit langsamer vergeht. Wie hat man mehr vom Leben? Wie funktioniert Entschleunigung und was ist das überhaupt? Wenn sie ihre alltäglichen Gewohnheiten beschreibt, ihr Berufsleben oder ihren Umgang mit dem Smartphone erkenne ich mich in einigen Punkten wieder. Wie schon im Titel angedeutet, ist das Buch auch eine Herausforderung an den Leser und bringt mich an vielen Stellen zum Grübeln. Auf der Reise treffen wir die unterschiedlichsten Menschen, von Nonnen im Schweigekloster über eine Märchenerzählerin bis zum Google-Mitarbeiter.

Neben den Treffen mit unterschiedlichen Interviewpartnern, von denen natürlich keiner DIE eine Antwort aus dem Hut zaubert, ist vor allem die Tour selbst ein Erlebnis. Dazu gehören auch einige Pannen und kuriose Begegnungen mit Kühen oder Alpakas. Auf ihrem Weg trifft Bianca Schäb auch immer wieder auf die Slow-Bewegung: Slow Travel, Slow Fashion…es gibt sogar offizielle Slow Cities.

Rowohlt Berlin; 16,99€


Ich danke allen Verlagen für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Die vorgestellten Bücher können in jeder Buchhandlung erworben oder bestellt werden. Wenn ihr es genauso liebt wie ich, in kleinen (und großen) unabhängigen Buchläden zu stöbern, könnt ihr diese ganz einfach unterstützen, indem ihr eure Bücher dort kauft und nicht im Internet  ♥

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